NeuroOrthopädie · Einzelmodul
Schulter.
Das beweglichste Gelenk des Körpers verstehen und behandeln: von der Anatomie über die Arthrokinematik und die Mobilisation bis zur Stabilisation mit PNF, dem Konzept nach Brügger und den Bewegungen des Alltags. Mit diesem Modul beginnt der Lehrgang im Mai 2027; es wird jedes Jahr im Mai durchgeführt.
Die Schulter – das beweglichste Gelenk des Körpers
Kaum ein Gelenk lässt so viel Bewegung zu wie die Schulter – und kaum eines gerät so leicht aus dem Gleichgewicht. Ein Patient hebt den Arm, und irgendwo zwischen 70 und 120 Grad sticht es. Woher kommt der Schmerz? Aus der Kapsel, der Sehne, dem Gleitverhalten des Gelenkkopfes – oder aus einer Haltung, die die Schulter seit Jahren in die falsche Richtung zwingt? Wer die Schulter behandeln will, muss wissen, was in ihr geschieht. Genau darum geht es in diesem Kurs.
Anatomie und Physiologie
Wir beginnen dort, wo jede gute Behandlung beginnt: bei Anatomie und Physiologie, konsequent auf das Schultergelenk bezogen. Sie lernen, welche Strukturen die Bewegung führen, welche sie begrenzen und wie das Zusammenspiel von Gelenkkopf, Pfanne, Kapsel, Rotatorenmanschette und Schultergürtel im gesunden Gelenk aussieht.
Pathologie – die Krankheitsbilder
Darauf aufbauend die Krankheitsbilder, die Ihnen in der Praxis begegnen: Insertionstendopathien der Sehnen, das Impingement mit seiner Enge unter dem Schulterdach und die Frozen Shoulder mit ihren Phasen. Bei jedem Bild: was im Gewebe geschieht, wie es sich zeigt und was das für die Behandlung heisst.
Befund und Technik
In der Befunderhebung gehört die Differenzialdiagnostik dazu: Welche Struktur ist es wirklich – und welche nicht? Dann erschliessen wir die Arthrokinematik: Rollen, Gleiten, Rotation. Warum gleitet der Humeruskopf bei der Abduktion nach unten, obwohl der Arm nach oben geht? Die Konkav-Konvex-Regel gibt die Antwort – und sie macht aus dem Mobilisieren eine nachvollziehbare Technik statt eines Ausprobierens. Sie üben die Mobilisationstechniken direkt am Gelenk, in der richtigen Richtung, mit der richtigen Dosierung.
Bewegung wieder möglich machen
Beweglichkeit allein genügt nicht. Eine Schulter, die sich bewegen kann, aber nicht stabil ist, schmerzt weiter. Mit PNF erarbeiten wir die Stabilisation: über Muster, die das Nervensystem kennt und die den Schultergürtel wieder zu einer Einheit machen. Übungen zur Schmerzlinderung geben Ihnen Werkzeuge für die akute Situation, das Konzept nach Dr. Brügger zeigt, wie sich Beweglichkeit über die aufrechte Haltung verbessern lässt – oft dort, wo lokale Techniken an ihre Grenzen kommen.
Und dann der Alltag
Was in der Praxis gelingt, muss zu Hause weitergehen. Deshalb schliesst der Kurs mit den Activities of Daily Living: Bewegungen aus dem Alltag werden zu Übungen, die Patientinnen und Patienten selbstständig ausführen können – Haare kämmen, ein Regal einräumen, die Jacke anziehen. So bleibt die gewonnene Beweglichkeit erhalten.
Für wen
Für medizinische Masseure, Physiotherapeutinnen und verwandte Berufe, die die Schulter nicht nur behandeln, sondern verstehen wollen. Ein hoher Praxisanteil sorgt dafür, dass Sie die Techniken am Kursende in den Händen haben, nicht nur im Kopf.
Was Sie in diesem Modul lernen
- Anatomie und Physiologie des Schultergelenks
- Pathologie: Insertionstendopathien, Impingement, Frozen Shoulder
- Befunderhebung mit Differenzialdiagnostik
- Arthrokinematik: Rollen, Gleiten, Rotation – die Konkav-Konvex-Regel
- Mobilisationstechniken am Gelenk: Richtung und Dosierung
- Stabilisation mit PNF
- Übungen zur Schmerzlinderung
- Beweglichkeit über die Haltung – Konzept nach Dr. Brügger
- Activities of Daily Living: Alltagsbewegungen als Übungen
Teil des ganzen Lehrgangs
Dieses Modul lässt sich einzeln belegen. Es ist zugleich Bestandteil der gesamten NeuroOrthopädie – 150 Stunden über alle Gelenkregionen, mit Diplomprüfung am Ende.
